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Blutbank

Blutbank

Warum Transfusionsmedizin bei Tieren?
Für viele schwerkranke Tiere kann eine Blutkonserve den Unterschied zwischen Leben oder Tod bedeuten. Blutprodukte sind notwendig, um Sauerstoff oder Flüssigkeit zu den körpereigenen Organen zu transportieren. Eine Bluttransfusion kann zum Beispiel einem Tier, das bei einem schweren Trauma viel Blut verloren hat, das Leben retten. Aber auch bei Gerinnungsstörungen wie der Hämophilie oder der Von-Willebrand-Krankheit ist eine Transfusion lebensrettend.

 

Welche Blutprodukte gibt es?
Jede Blutkonserve besteht aus einem flüssigen Anteil (Plasma) und den Blutzellen (v.a. roten Blutzellen oder Erythrozyten, einigen weißen Blutzellen oder Leukozyten, und vielen Blutplättchen oder Thrombozyten, die für die Gerinnung verantwortlich sind). Um eine möglichst gezielte Therapie anbieten zu können, müssen die zellulären Bestandteile von dem Plasma getrennt werden. So entstehen das Erythrozytenkonzentrat und das Frischgefrierplasma.

 

Unsere Blutbank
Zur sauberen und sterilen Verarbeitung der Blutkonserven wurde in unserer Klinik ein separater Raum eingerichtet. Ausgestattet ist dieser Raum mit einer speziellen Zentrifuge, mit der eine schonende Zentrifugation der Blutkonserven zur Trennung der zellulären und flüssigen Bestandteile ermöglicht wird. Ein spezieller Tiefkühlschrank gewährleistet die Kühlung und Aufbewahrung der Plasmakonserven.

 

 

Wie werden Blutkonserven gewonnen?
Alle Spendertiere werden zuerst klinisch und labordiagnostisch untersucht, um zu gewährleisten, dass der Spender auch gesundheitlich zu einer Blutspende in der Lage ist. Dazu wird neben der klinischen Untersuchung durch einen unserer Tierärzte eine kleine Menge Blut abgenommen, die einerseits in unserem klinikeigenen Labor als auch durch unser Fremdlabor auf Grundlage der Leitlinien zur Gewinnung, Lagerung und Verabreichung von Blut und Blutprodukten im Veterinärbereich (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit; BVL) untersucht wird. Nur so kann sowohl für das Spendertier als auch für das Empfängertier ein großes Maß an Sicherheit gewährleistet werden. Dann wird auf einer kleinen Fläche am Hals das Fell entfernt und die Haut gereinigt und desinfiziert. Aus der Halsvene (Vena jugularis) wird nun die Blutkonserve (ca. 450 ml beim Hund, ca. 30 ml bei der Katze) entnommen. Dann erhält das Spendertier einen Halsverband und kann wieder nach Hause. Als Dankeschön erhält jeder Spender eine kostenlose Blutuntersuchung verschiedener Laborparameter. Obwohl die eigentliche Entnahme der Blutkonserve nur ca. 10 Minuten in Anspruch nimmt, sollte wegen der Voruntersuchungen jeder Blutspender ca. 40-50 Minuten Zeit mitbringen.

 

Was passiert mit der Blutkonserve?
Nach der Blutentnahme sollte jede Konserve noch ca. 1-2 Stunden ruhen. Dann werden mit Hilfe einer modernen Zentrifuge die zellulären Bestandteile vom Plasma getrennt. Eine spezielle Presse presst nun das Plasma in einen gesonderten Beutel, so dass die Erythrozytenkonzentrate und das Frischgefrierplasma gesondert aufbewahrt werden können. Die Konserven werden gekennzeichnet und zur Aufbewahrung in einen Kühlschrank bzw. einen Tiefkühlschrank verbracht.

Wer kann Blutspender werden?
Gesunde Hunde und Katzen mit einem ruhigen Gemüt können Blutspender werden. Sie müssen folgende Kriterien erfüllen:

  • Zwischen 1 und 7 Jahre alt
  • Mindestens 25 kg (Hunde) bzw. 5 kg (Katzen) schwer
  • Regelmäßig geimpft und entwurmt
  • Kein Aufenthalt im südlichen oder östlichen europäischen Ausland
  • Reine Wohnungshaltung (Katzen)
  • Keine Dauermedikation (z.B. Antiepileptika, Herzmedikamente)
  • Spendertiere sollten keine Bluttransfusion erhalten haben